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Foto: Flitz-piepen.de

Es war, als ich vor gut 4 1/2 Jahren angefangen habe zu laufen, direkt einer meiner größten Wünsche, den Berlin-Marathon zu laufen. Dieses Jahr wurde es dann wahr, aber dazu nach den Vorstrapazen mehr.

Ich glaube, die Zeit vor dem Berlin-Marathon war aufregender als bei allen Wettkämpfen bisher zusammen.

Zuerst stellte sich ja nach dem 5km Rock’n’Run in Gelsenkirchen raus, dass ich einem Ermüdungsbruch im linken Wadenbein hatte. Das hieß erstmal 6 Wochen absolutes Laufverbot. Nach den harten 6 Wochen durfte ich dann fast wieder normal in den Trainingsplan einsteigen. Die erste Woche habe ich noch locker gemacht, aber in der zweiten Woche konnte ich schon recht gut einsteigen; außer dass die Leistung noch nicht ganz so da war, passte alles sehr gut und ich hatte keine Probleme mehr.

Das Problem mit der fehlenden Leistung wollte ich dann mit der Einnahme von Creatin kompensieren, was – wie sich im Nachhinein herausstellte – total in die Hose ging (was auch sicherlich nicht schlecht ist, weil ich nun auch glaube, dass der Weg zum Doping dann auch nicht mehr weit ist und das ist das Letzte, was ich machen will) Naja jedenfalls hat das Creatin irgendwas mit meinen Muskeln gemacht, was ich nicht wirklich wollte. Nach kurzer Zeit fühlten meine Beine sich extrem schwer an und ich konnte keine 2km mehr am Stück Laufen. Also habe ich das Zeug natürlich sofort entsorgt und mir geschworen, nie wieder irgend etwas in der Art zu nehmen.

Ich konnte die Laufumfänge dann recht schnell wieder steigern; mit jedem Lauf konnte ich die Distanz dann in etwa verdoppeln.

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Foto: Flitz-piepen.de

Das Training lief mit fast 2 Wochen verzögertem Training wieder recht gut.
1 1/2 Wochen vor dem Marathon stand noch einmal ein Intervall mit 3x 4000m in Marathontempo auf dem Plan.
Das hab ich auch wieder recht gut geschafft; ich fühlte mich nach dem Lauf, aber plötzlich nicht mehr gut und hatte starke Kopfschmerzen bekommen. Diese steigerten sich bis Samstag so stark, dass ich mich – 1 Woche bis zum Marathon- richtig krank gefühlt habe und immer noch extreme Kopfschmerzen und fast 40°C Fieber hatte.

Sabrina hat mir Wadenwickel gemacht, um das Fieber runter zu bekommen; das hat super geklappt; ich habe mich dann quasi gesund geschlafen und war Sonntag wieder fast fit. Ich habe keine Ahnung, was das war. Ich war nur froh, dass es so schnell wieder verschwunden, wie es gekommen war.

Montag ging es dann nach Berlin: wir haben erstmal eine Woche Sightseeing in Berlin gemacht.
An allen drei Tagen waren wir dann immer mal kurz auf der Berlin-Vital-Marathon- Messe und haben viele Lauffreunde getroffen; es ist wirklich toll, wenn aus Online- Bekanntschaften Freunde werden und man das Gefühl hat, wenn alle zusammen sind, das wir eine große Familie sind.

Am Sonntag war es dann soweit, der große Tag war gekommen, um 5 Uhr klingelte der Wecker, fertig machen, alles noch einmal 100 mal checken, da mein Blutzucker recht niedrig war, konnte ich noch ein Brötchen essen.

Um 6:19 Uhr fuhr dann schon unser Bus in Berlin-Dreilinden ab; wir mussten dann noch einmal in Berlin-Wannsee in den Regional-Express RE1 umsteigen. Da der Busfahrer beim Zusteigen eines Fahrgastes recht lange gebraucht hat, um diesem eine Fahrkarte zu verkaufen, hatte sich die Zeit, um den Zug zu erwischen von 6 auf 3 Minuten verkürzt. Wir haben direkt einen Morgensprint eingelegt und Sabrina hat mir und einem anderen Läufer aus dem Bus direkt gezeigt wie schnell sie in Chucks sprinten kann. 🙂

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Foto: Flitz-piepen.de

Aber auch das hat alles geklappt; um kurz vor 7 waren wir dann am U/S Bahnhof Friedrichstraße, um dort einen Teil der Flitzpiepen (www.Flitz-Piepen.de) zu treffen. Wir trafen dort Christian, Christane, Olli, Micha und Dennis. Wir haben uns dann von dort gemeinsam auf dem Weg zum Start gemacht. Da Christian, Christiane und Dennis die gleiche Zeit wie ich angepeilt hatten, wollten wir zusammen laufen (zumindest so lange wie möglich).

Wir machten uns alle fertig; ich habe mich von Sabrina verabschiedet und dann ging es für uns in Richtung Startblock G. Pünktlich um 8:45 Uhr fiel der Startschuss und die Blöcke A-F sind gestartet. Unser Block war in der zweiten Startphase.

Nach unserem Start hat es noch ein bisschen gedauert bis wir an der Startlinie waren, ab dann ging es richtig los.

Wir konnten alle recht gut die angepeilte Pace von 5:40min/km halten und mussten uns am Anfang sogar noch gegenseitig bremsen.
Was auf den ersten Kilometern recht schwer war und auch einiges an Kraft gekostet hatte, war das wir sehr viele langsamere Läufer, davon sehr viele mit der Block H Kennzeichnung, die eigentlich hinter uns starten müssten, jedes Mal ausweichen bzw. überholen mussten.

Es lief bis dato wirklich gut; nach meiner Uhr habe ich sogar gedacht, dass ich komplett in meinem Zeitfenster bin. Mein Blutzucker ging komischer Weise nach dem Start erneut hoch und war dann auch über 400mg/dl also aus dem Messbereich meines Dexcom G4 CGM. Ich habe das in letzter Zeit öfter, dass der Blutzucker vom Laufen gar nicht mehr runter geht, sondern eher steigt; vielleicht fehlt mir doch noch ein bisschen Basal-Insulin. Ich werde das in den nächsten Wochen testen und mir genauer anschauen.

1377397_171035256422270_1684696665_nNach ca. 20km habe ich an einem Verpflegungsstand dann die Flitzpiepen verloren und mich von da an alleine mit durchs Feld gekämpft.

Ab Kilometer 26 hatte ich dann so langsam Schwierigkeiten, die Pace zu halten; ich weiß nicht mehr genau ab wann, aber dann habe ich angefangen Gehpausen zu machen.

Bei Kilometer 33 stand Mandy *die Special Supporterin* und hat mir eine Cola gereicht! ich glaube zu dem Zeitpunkt war ich schon ganz schön fertig. Aber ich habe weitergekämpft, ich hatte ja von der Powerbar diesen tollen „DNF is not an Option“ Tattoo-Sticker.

Bei Kilometer 38 hat Sabrina mit den Flitzpiepen-Supportern noch einmal auf mich gewartet; da ich zu dem Zeitpunkt schon wusste, dass die 3:59h nicht mehr möglich sind und auch keine Zeit mehr unter 4:10h drin ist, habe ich eine kurze Pause bei den Mädels gemacht, um mir noch nen Knutscher von Sabrina abzuholen.

Die letzten 4 Kilometer habe ich dann weiter gekämpft, als dann das Brandenburgertor in Sichtweite war, wusste ich, das ich das Ding habe. Die Zuschauer am Rand waren wirklich toll und die letzten 500m gingen dann auch noch.

Meine Uhr zeigte mir dann 4:23:52 an und ich war auf einer Seite froh, es geschafft zu haben, aber auch enttäuscht wieder nicht unter 4 Stunden zu sein bzw. sogar noch langsamer als ich in Hamburg war.

Nachdem ich mir dann meine Medaille geholt habe, hab ich mich an einem Zaun am Tiergarten gesetzt und Sabrina angerufen, da das Mobilfunknetz aber zusammen gebrochen war, konnte Sabrina mir nur noch schreiben, dass sie am Familientreffpunkt „T“ wie #Twitterlauftreff auf mich wartet.

Leider habe ich niemanden vom #Twitterlauftreff getroffen, aber dafür fast die komplette „Bande“ von den Flitzpiepen.Nach ein paar Gesprächen über den Lauf, machten Sabrina und ich uns dann auch auf dem Weg zum Hotel.

Zum Diabetes:
Morgens beim Aufstehen hatte ich noch einen Blutzucker von ca. 70mg/dl; ich habe dann im Hotel ein kleines Brötchen gegessen; auf dem Weg zum Marathon stieg mein Blutzucker dann aber schon auf fast 350mg/dl, jedoch fühlte ich mich gut. Der Blutzucker blieb dann bis zum Start bei diesen Werten und ich dachte mir, da ich keine extra BE’s genommen habe, dass der Blutzucker nach dem Start schon runter geht. Das war leider nicht der Fall, sondern er stieg plötzlich an und erreichte die Grenze des Messbaren von über 400mg/dl. Das blieb dann bis etwa Kilometer 30 so und dann ging es wieder runter. Als ich im Ziel war, hatte ich einen Blutzucker von 220mg/dl.
Ich habe es in letzter Zeit immer wieder, dass der Blutzucker beim Laufen steigt, statt runtergeht; ich habe vor ein paar Wochen mal, mein Basis-Insulin Morgens von 8 auf 6 Insulineinheiten (IE) und Abends von 10 auf 8 IE gesenkt, vielleicht fehlt mir beim Laufen jetzt einfach die Basis.

Hier noch die Grafik des DexCom CGM:

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Fazit:
Ich fand den Berlin-Marathon durchaus gelungen, auch wenn ich mein persönliches Ziel von 3:59h nicht geschafft habe. Die Strecke war teilweise zu voll, die Stimmung war gut, wenn auch nicht permanent so gut, wie in Köln oder Hamburg. Und da ich mein Ziel nicht erreicht habe und nun noch eine Rechnung mit Berlin offen habe, haben wir uns Montag direkt in die Verlosung für die Startplätze 2014 eingetragen.

4 Antworten : “40. BMW Berlin Marathon – Nun hab ich auch ne Rechnung mit Berlin offen.”

  1. Ein schöner Bericht! Und wichtig ist doch das Finishen – die Zeit spielt keine Rolle! Vor einigen Wochen wußtest Du ja noch nicht einmal ob Du überhaupt starten kannst. Also darfst Du Dich ruhig freuen 🙂 Und es war schön Euch in Berlin zu sehen!

  2. Na, bei der Vorbereitung inklusive langer Verletzungspause konntest du auch nicht von einer sub4 ausgehen, oder? Ohne größere Probleme gesund ins Ziel gekommen zu sein, ist doch auch etwas wert! Und Berlin ist Berlin, egal in welcher Zeit.

  3. Ich schließe mich an – Glückwunsch zu einem schönen Lauf! Das ist das Allerwichtigste. Ich habe auch vor einer Woche mit meinem 5. Marathon zum ersten Mal einen Sub4 geschafft – und der Sprung zum vorherigen war gigantisch. Deshalb: einfach weitermachen, vielleicht läuft man sich ja mal über den Weg. Den Strongmanrun scheinen wir ja zumindest beide schon zusammen gelaufen zu sein 😉

    Gruß aus dem Schwarzwald!

  4. War super lustig mit euch, den nächsten Lauf gern wieder gemeinsam! aber kein Marathon 🙂

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